Natur
Im Zentrum steht nicht die vollständige Erscheinung eines Motivs, sondern der Ausschnitt. Natur wird in Fragmenten sichtbar: als Stamm, Oberfläche, Verzweigung, Blattform oder als Verdichtung einzelner Elemente innerhalb eines klar begrenzten Bildraums. Das Ganze bleibt bewusst zurückgenommen zugunsten einer konzentrierten Nahsicht. Mehr lesenWeniger
Dabei kehren zwei grundsätzliche Bildverfahren wieder. Das eine isoliert das Motiv und löst es aus seinem räumlichen Zusammenhang heraus. Vor hellem Grund treten Form, Kontur und innere Struktur klar hervor, fast wie freigestellte Studien von Wachstum und Aufbau. Das andere Verfahren arbeitet mit Dunkelheit: Formen erscheinen nur teilweise, treten aus der Tiefe hervor oder werden von gezieltem Licht erfasst. So entstehen Bilder, in denen Sichtbarkeit immer auch mit Zurücknahme verbunden ist.
Auch die Farbe folgt weniger einer beschreibenden als einer ordnenden Funktion. Sie kann reduziert und zurückhaltend wirken oder sich zu einer gesteigerten Eigenintensität verdichten. Entscheidend ist nicht die botanische Wiedergabe eines Baums oder Blatts, sondern die Frage, wie organische Form aufgebaut ist - wie sich Verzweigung, Schichtung, Oberfläche und innere Ordnung im Bild zeigen.










